Hintergrund

Nach all den Versuchen, Timorasso in allen möglichen Varianten wiederzugeben, war es naheliegend, dass Daniele Ricci auch irgendwann auf die Idee kommen würde, einen Wein in der Amphore zu vinifizieren. Die Trauben dafür stammen von den ältesten Rebstöcken der San Leto Weingärten. Einmal gelesen, werden sie entrappt und danach für 100 Tage in einer verschlossenen Tonamphore vergoren und gelagert. Danach wird abgepresst und weitergereift, wobei für die nächsten 12 Monate statt der Amphore Kastanienfässer als Behältnisse dienen. Mit dem Resultat absolut zufrieden, hat Daniele mittlerweile ein paar weitere Amphoren aus der toskanischen Töpferhochburg Impruneta geordert, was auch vermuten lässt, dass es demnächst ausschließlich in der Amphore ausgebaute Interpretationen geben wird.

Stil 

Eine schneidend-klares, kühl-präzises Zusammenspiel aus Kräutern, Frucht, Säure und Gerbstoff treibt den Wein an, gibt ihm feine Konturen, Ecken und Kanten und jede Menge Charakter. Die Textur ist kompakt und fordernd, der Körper straff und robust, das Finish profund, lang und mineralisch.

Datenblatt

Rebsorte: 100% Timorasso
Bewirtschaftungsart: biologisch
Weingarten: San Leto
Lese: Per Hand
Vergärung: spontan | wilde Hefen in der Amphore
Ausbau: 100 Tage in der Amphore und 12 Monate in gebrauchten Kastanienfässern
Filtration: nein
SO:< 50mg/l
Verschluss: Naturkork
Trinktemperatur: 10-12 °C
Perfekte Trinkreife: 2018 – 2030

Hintergrund

Der Derthona ist der Einstieg in Danieles Weißweinwelt. Derthona ist der alte Name für Tortona, dem Hauptort der Colli Tortonesi, die eine Brücke zwischen dem Südpiemont und der Lombardei schlagen. Costo Vescovato, wo Daniele seine Weingärten besitzt, ist von einer leicht hügeligen Topographie mit mittelsteilen Hängen geprägt, die vor allem auf Mergel und Pelit (Tonstein) basieren. Das Klima zeichnet sich durch kalte Winter, nicht wenig Regen und eine gute Thermik aus. Das alles beeinflusst auf die eine oder andere Art den Timorasso, eine notorisch komplizierte Sorte, die vor der Reblaus die wichtigste weiße Sorte des Piemonts war. Aufgrund ihrer unzuverlässigen Erträge, den asynchronen Reifezeiten der Beeren und ihrer Verrieselungs- und Botrytisanfälligkeit wäre sie allerdings beinahe vom Erdboden verschwunden. Heute erfreut sich Timorasso einer erstaunlichen Renaissance. Die daraus gekelterten Weißweine sind fordernd, mineralisch, anspruchsvoll, vielschichtig und langlebig.

Danieles Basisversion stammt von einem 1995 gepflanzten, 1,5 Hektar großen Weingarten, den er für gewöhnlich Mitte September liest und spontan in einem Edelstahltank vergärt und lagert. Die Mazerationszeit beträgt drei Tage, wobei die Traubenhäute des Timorasso sehr dünn sind und folglich nur marginale und sehr feine Gerbstoffe in den Wein abgeben. Der Ausbau dauert, je nach Jahrgang, 12-22 Monate.

Stil 

Vibrierend, lebendig und aufgrund des langen Hefekontakts auch fein-cremig. Zitrusnoten werden von kräuterigen und steinigen Aromen begleitet. Elegant und straff. Der Gerbstoff strukturiert und zeichnet für die lineare Ausrichtung zum Gaumen hin verantwortlich. Das Finish ist kühl, lebhaft und animierend.

Datenblatt

Rebsorte: 100% Timorasso
Bewirtschaftungsart: biologisch
Weingarten: verschiedene Terrassen rund um Costo Vescovato
Lese: Per Hand
Vergärung: spontan | wilde Hefen im Stahltank
Ausbau: 18 Monate auf der Hefe im Stahltank
Filtration: nein
SO:< 50mg/l
Alkoholgehalt:  % vol
Verschluss: Naturkork
Trinktemperatur: 10-12 °C
Perfekte Trinkreife: ab sofort– 2025

HINTERGRUND

Mit dem Giallo di Costa lotet Daniele Ricci aus, was mit Timorasso alles möglich ist. Drei Monate lang mazeriert er den Wein und holt dabei alles an Gerbstoffen, Säuren, Extrakten und Aromen aus den Schalen, was sich das Jahr über darin eingelagert hat. Neben der Gesundheit der Beeren spielt der Lesezeitpunkt naheliegenderweise eine entscheidende Rolle, da sämtliche Komponenten reif sein und sich im Gleichgewicht befinden sollten.

Dass sich der Giallo di Costa dennoch mehr über Eleganz als über Kraft definiert, liegt zum einen an der Erfahrung und Handwerkskunst Danieles, zum anderen aber auch daran, dass Timorassobeeren nur von einer äußerst dünnen Schale ummantelt sind. Das macht die Trauben zwar zu einem prädestinierten Opfer für Pilzkrankheiten, weshalb es den Giallo di Costa auch nicht jedes Jahr gibt; in goldenen Jahren allerdings entsteht so ein Wein, der mit subtilem Gerbstoff, druckvoller Säure und präzisen Aromen punktet und ein fantastisches Beispiel dafür bietet, wie subtil sich auch lange auf der Maische vergorene Weine präsentieren können. Ausgebaut wird der Giallo di Costa – wie schon der San Leto Blu – über ein gutes Jahr in gebrauchten Akazienfässern und danach für weitere zwei Jahre in der Flasche.

STIL & AROMEN

Ich weiß zwar nicht, ob sich Giallo di Costa, das Gelb der Küste, auf die Farbe des Weins bezieht, passen würden es freilich allemal. Gelb sind auch einige der Aromen – Grapefruit und Kamille beispielsweise – doch tut sich hier ein Bogen auf, der auch noch andere Farben inkludiert: weiß (Salz) und grün (Oregano) beispielsweise, orange (Marille) und braun (Nüsse, Karamell). Eingebettet ist das alles in einen dynamischen und kompakten Körper, dessen Rückgrat eine lebhafte Säure und feine Tanninstruktur bildet. Hat Potenzial für die nächsten 20 Jahre.

Datenblatt

Rebsorte: 100% Timorasso
Bewirtschaftungsart: biologisch
Weingarten:
Lese: Per Hand
Vergärung: spontan| wilde Hefen, 100tägige Mazeration ohne Unterstoßen der Trauben
Ausbau: 1 Jahre in gebrauchten Akazienfässern, 2 Jahre in der Flasche
Filtration: nein
SO:< 50mg/l

Hintergrund

Daniele Ricci meinte einmal, dass es besser sei, Timorasso-Weingärten möglichst alleine zu bearbeiten. Die Sorte ist derartig kompliziert in der Bewirtschaftung, dass Erfahrung und das Wissen um die individuellen Eigenheiten der Rebstöcke guttun. Heute hilft ihm meistens sein diesbezüglich bestens geschulter Sohn Mattia, ansonsten aber ist die Pflege der knapp 30000 Timorassostöcke vorwiegend Chefsache. Daniele kennt Timorasso wie kaum ein anderer, weiß um ihre extreme Wüchsigkeit und Fertilität und ihre Botrytisanfälligkeit. Er kennt aber auch Antworten auf diese Herausforderungen und die lassen sich Jahr für Jahr auch im San Leto Blu nachvollziehen.

Die Trauben für den San Leto Blu stammen aus einem, in den späten 80er Jahren bestockten Weingarten. Sie werden spät gelesen und über drei Tage mazeriert, wobei der Tresterhut nie durchbrochen wird, um nicht zu viele Gerbstoffe auszulaugen. Einmal abgepresst, wird der Wein in Akazienfässer umgezogen, wo er für ein Jahr weiterreift, ehe er unfiltriert abgefüllt für zwei weitere Jahre in der Flasche seine endgültige Form findet.

Stil

Vielschichtiges und harmonisches Aromaprofil. Lebhafte aber nie aufdringliche Säure kontert einem mürben und feingliedrigen Gerbstoff. Die Textur ist cremig, saftig und weich (ein Freund meinte einmal, dass ihn der San Leto an elsässische Rieslinge denken ließe, wobei unserer Ansicht nach Danieles Wein direkter und stringenter ist). Lang, kompakt und fokussiert, prägen ihn im Abgang gelber Frucht, Steine und Kräuter.

Datenblatt

Rebsorte: 100% Timorasso
Bewirtschaftungsart: biologisch
Weingarten: San Leto
Lese: Per Hand
Vergärung: spontan| wilde Hefen, dreitägige Mazeration ohne Unterstoßen der Trauben
Ausbau: 1 Jahre in gebrauchten Akazienfässern, 2 Jahre in der Flasche
Filtration: nein
SO:< 50mg/l
Alkoholgehalt:  % vol
Verschluss: Naturkork
Trinktemperatur: 10-12 °C
Perfekte Trinkreife: 2018 – 2028

Timorasso ist eine alte Sorte und dabei doch ein neues Phänomen. Bevor die Reblaus ihr Unwesen in den Weinbergen Italiens trieb, war sie vor allem im Südpiemont, in der Südlombardei und selbst in der Region um Genua weit verbreitet. Weggefressen von dem mikroskopischen Insekt war ihr danach eine Auferstehung fürs erste nicht gegönnt. Ein Grund dafür wird wohl der gewesen sein, dass sie im Weingarten nicht besonders pflegeleicht war: im Frühjahr verrieselte sie gerne und im Herbst wuchsen in ihren Trauben nicht nur unterschiedlich große Beeren, sie reiften auch oft noch zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Die Reblaus war folglich ein willkommener Anlass sie einfach zu vergessen.

IN DER HEIMAT DES CAMPIONISSIMO Doch passierte das Vergessen glücklicherweise nicht kollektiv: speziell in den Colli Tortonesi, einer bis heute tief bäuerlich geprägten Region und Heimat von Fausto Coppi, dem größten aller großen campionissimi, die Italiens Radsportwelt hervorbrachte, ignorierte man das Ignorieren und setzte weiterhin auf die eigenwillige Sorte. 1929 beispielsweise bestockten Carlo und Clementina Ricci ihre Weingärten in San Leto mit Timorasso, aus denen ihr Enkel Daniele heute einen Weißwein keltert, auf den sie mit Sicherheit stolz sein würde. Die Riccis waren allerdings viel zu leise und bescheiden, um die Sorte auf der Weinlandkarte Italiens zu positionieren. Dieses Verdienst kommt Walter Massa zu, der ein paar Kilometer weiter seit nunmehr zwanzig Jahren ein paar Weine keltert, die mit klarer aber eindringlicher Stimme  vom Potenzial des Timorasso erzählen: keine einfachen Weine, doch Weine, die ins Detail gehen und bei aller Stringenz und Geradlinigkeit am Gaumen doch auch Räumlichkeit und Tiefe erzeugen.

SENSORIK: Die stabile Achse des Timorasso ist seine Säure, weshalb ihn manche Kritiker recht voreilig mit Riesling vergleichen. Doch zum einen wirkt die Säure sensorisch anders, zum anderen kann man die fruchtige Aromatik des Rieslings im Timorasso lange suchen (zumindest in den Versionen von Daniele Ricci, Walter Massa, Valli Unite oder Andrea Tirelli). Dafür finden sich Mandeln, weiße Blüten, Kräuter und eine Menge Steine, die pauschal unter dem Schlagwort Mineralität laufen. Gut und behutsam vinifiziert (gesunde Beeeren, spontan vergoren und mit Geduld in großen Holzfässern ausgebaut) reift Timorasso über Jahre und Jahrzehnte  – Daniele Riccis 2004er San Leto hatte im Jahr 2017 noch immer eine quasi körperverwandelnde Saftigkeit und Frische.

Ein paar Timorassi:

Daniele Ricci: San Leto (einer der besten Weißweine Italiens)
Daniele Ricci: Terre di Timorasso (einfacher gestrickt aber noch immer exzellent)
Daniele Ricci: Giallo di Costa (auf der Maische vegoren)
Walter Massa: Sterpi (ein bisschen fett für meinen Geschmack)
Walter Massa: Costa del vento (topp)
Andrea Tirelli: Derthona Timorasso
Valli Unite: Dertona Timorasso

Daniele Ricci gehört zu den großen Weißweinwinzern Italiens – das wissen nicht viele aber immerhin genug, um ihn in der Zwischenzeit von seinen Weinen leben zu lassen. Vorbei sind die Jahre, als er in einer Mauthütte an der Autobahn saß und Autofahrer abkassierte.

ORT: Daniele wohnt und arbeitet in Costa Vescovedo, in den nördlichen Colli Tortonesi und pflegt dort Weingärten, die seine Großeltern größtenteils bereits 1929 angelegt haben. Viel ist seither nicht dazugekommen. Das liegt vor allem daran, dass Daniele an allen Arbeitsschritten mitwirken will, was sich mit sieben Hektar recht gut, mit 25 Hektar allerdings nicht mehr wirklich bewerkstelligen lässt. Seit Ende der 90er Jahre arbeitet er zertifiziert biologisch.

TIMORASSO & Co.: Zwar sind von der Mischwirtschaft seiner Großeltern nur die Rebstöcke geblieben, am Sortenspiegel hat sich allerdings seit damals nichts geändert. Die klare Nummer eins ist Timorasso, die mit Abstand interessante weiße Sorte aus dem Piemont, die von den richtige Händen gekeltert (und Danieles Hände sind genau richtig), tatsächlich richtig große Weine ergeben kann. Daneben wurzeln in seinen teils extrem steil abfallenden Hängen auch noch Croatina und Barbera, aus denen er zwei exzellente reinsortige Rotweine vinifiziert, die völlig unverdient ein wenig im Schatten seiner brillanten Timorassoversionen stehen. Dass er auch noch einen Nebbioloweingarten hat, weiß ich zumindest aus seinen Erzählungen – die daraus gekelterten Weine liegen seit Jahren in Holzfässern und Daniele wirkt nicht so, als hätte er Lust sie in den nächsten Jahren abzufüllen.

IDEE: Wie überhaupt Ruhe und Zeit zwei Attribute zu sein scheinen, die Daniele und seine Reben vereint. Er vermittelt sie in jeder seiner Handlungen und gönnt sie seinen Weinen, wann immer sie danach verlangen. Und das tun sie oft. Er lässt sie oft aber nicht immer lange auf der Maische ( bis zu 100 Tagen), noch länger auf der Hefe (zwei Jahre sind das absolute Minimum) und danach auf unbestimmte Zeit in der Flasche. Bei der letzten Verkostungen, wo wir uns gesehen haben (Oktober 2017), kreuzte er mit Weißweinen aus den Jahren 2001 (ok) und 2004 (umwerfend) auf.

Sein Sortiment basiert vor allem auf seinen unterschiedlichen Timorassoversionen, wobei man davon ausgehen kann, dass kein Wein wie der andere schmeckt. Daniele vinifiziert jeden Jahrgang so, wie er es gerade für richtig hält, spielt mit Lesezeitpunkten, Maischestand- und Ausbauzeiten, Gebinden (Holz & Zement) und demonstriert so zum einen sein tiefes Verständnis für seine Reben und sein Terroir und zum anderen die immense Bandbreite des Timorasso. In Danieles Fall bedeutet das, dass meist nicht zu knapp Säure auf eine oft weiche Textur prallt, die zwar gelegentlich von Gerbstoffen unterlegt aber eben nicht damit überladen ist. Die Weine weisen je nach Maischestandzeit und Flaschenreife unterschiedliche Aromaprofile auf, wobei Steinobst und Steine (ohne Obst) einen roten Faden bilden.

Daniele Ricci
Via Montale Celli, 9
Costa Vescovato (AL)
Tel. 0131 838115
cascinasanleto@libero.it

WEINE

Terre di Timorasso
Rispetto
Gialli di Costa
San Leto
Elso (Croatina)
Barbarossa (Barbera)
Castellania (Barbera)

Die Preise der Weine liegen zwischen € 12 und € 22 (2017) – die Weine von Daniele Ricci gibt es in Wien bei Vinonudo

LINKS

Piemont

Jahresproduktion: ca.20000 Flaschen
Rebsorten: Timorasso, Barbera, Croatina, Nebbiolo
Rebfläche: 7 ha
Manuelle Lese: ja
Dünger: nein
Pflanzenschutz: Kupfer und Schwefel
Biologisch zertifiziert: ja (BIOS)
Direktverkauf: ja
Wohnmöglichkeit: nein – dafür lässt sich bei ihm bestens Essen

Andrea Tirelli lebt in Montale Celli in den Colli Tortonesi an der vinographischen Peripherie des Piemonts eingeklemmt zwischen zwei Legenden. Direkt über ihm in Castellania wurde der große Fausto Coppi geboren, direkt unter ihm werkt Walter Massa an seinem Ruf der beste Winzer der Colli Tortonesi zu sein – er war definitiv ihr Pionier. Andrea siedelte 2002 in die Hügel südlich von Tortona und setzte dort die Arbeit fort, die sein Onkel Jahrzehnte davor begonnen hatte. Die Intention freilich ist seine eigene und die basiert vor allem darauf, die natürliche Gegebenheiten so präzise wie möglich wiederzugeben und orignelle und doch auch zugängliche Weine zu kreiieren.

Dafür hat er genau sechs Hektar zur Verfügung, wobei bislang nur vier davon mit Reben bestockt sind. Dass es dabei nicht bleiben muss, demonstrierte Andrea vor kurzem, als er beschloss, eine brachliegende Fläche mit Timorasso, eine der besten und gleichzeitig unbekanntesten weißen Rebsorten des nördlichen Italiens, zu bestocken. Der Untergrund, aus dem ansonsten Barbera, Dolcetto, Freisa und Cortese wachsen, besteht größtenteils aus Ton, wobei sich immer wieder kalkige Abschnitte dazwischen legen. Zwischen 250-300 Meter hoch gelegen, ist das Klima schon eher auf der frischeren Seite, wobei die Reben generell der Sonne, wenn sie denn scheint, in süd-süd-westlicher Exposition ausgeliefert sind.

Der Ansatz von Andrea ist jener klassischer Naturweinwinzer und das war so, seit er von seinem Onkel das Weingut übernommen hat. Er bedient sich biodynamischer Ideen ohne bisher zertifiziert worden zu sein, neben den Rebreihen finden sich Obstbäume und dazwischen ein Meer an Kräutern und Pflanzen. Die Erträge sind minimal (alljährlich produziert er zurzeit 10000 Flaschen) und die Lese findet genau dann statt, wann die Trauben am besten schmecken und nicht wann der Refraktometer ausschlagt oder die analytischen Werte perfekt sind.

Andreas Selbstverständnis ist verankert in einer dem Landstrich verpflichteten Tradition. Früher waren die Colli Tortonesi geprägt von kleinen Höfen. Die Hänge waren mit Trauben und Obstbäumen bepflanzt und auch wenn das heute nicht mehr so ist und die meisten Bauern ihre paar Trauben an die Genossenschaften abliefern und viele der Obstbäume einem um sich greifenden Wald gewichen sind, gibt es doch noch (oder besser gesagt wieder) ein paar wenige (Wein)bauern, die in dem alten auch den neuen Weg sehen: Valli Unite oder Daniele Ricci sind große Beispiele, Andrea ist ein weiteres.

Im Keller setzt er diese Philosophie fort. Die Weine, die dort entstehen, wurden wie einst lange mazeriert, Tannine und Säure spürt man und gerade das macht ihre Substanz und Authentizität aus. Die Gärung startet spontan, Temperaturkontrolle gibt es keine, der Ausbau erfolgt zumeist in Zement oder Holz und, das ist von entscheidender Bedeutung, mit großer Gelassenheit und Langsamkeit.

Andrea Tirelli

15050 Costa Vescovato (Alessandria)
Frazione Montale Celli
Via XX Settembre 4
Tel.: 0039 0131/838172
mobil: 0039 340/2326134
vinotirelli@libero.it

WEINE

Nibirú (Dolcetto)

Terrapura (Barbera)

Muntá (Cortese)

Jahresproduktion: 7000 Flaschen
Rebsorten: Barbera, Dolcetto, Freisa, Cortese, Timorasso
Rebfläche : 4 Hektar
Manuelle Lese: ja
Dünger: ja
Pflanzenschutz: Kupfer und Schwefel
Biodynamisch: nicht zertifiziert
Direktverkauf: ja
Wohnmöglichkeit: ja


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