Foradori: Granato 2015

Hintergrund

Im Granato lotet Elisabetta Foradori aus, was Teroldego im Campo Rotaliano zu leisten imstande ist. Der Wein ist ein Gegenentwurf zu ihren eigenen Einzellageninterpretationen Morei und Sgarzon, wo sie dezidiert und detailliert die Vorgaben des Terroirs offenzulegen versucht. Im Granato dagegen räumt sie der Rebsorte mehr Raum ein – und warum auch nicht: Teroldego (das Gold Tirols?) ist wie kaum eine andere Sorte in der Weinbaugeschichte des Trentinos und des angrenzenden Südtirols verankert, aus dem sie heute leider fast verschwunden ist. Dokumente belegen ihre Existenz bereits im 14. Jahrhunderte und DNA-Analysen verweisen auf eine nahe Verwandtschaft mit Syrah, wobei Teroldego die ältere der beiden Sorten ist.

Das Alter der Rebsorte erklärt auch die Tatsache, warum sie sich im Laufe der Jahrhunderte über ganz Italien und bis nach Sizilien verbreitete, wobei sie im Rest der Halbinsel dank ihrer dunklen Farbe und dichten Textur meist Cuvées farblose, anämische Weine aufpeppte.

Dem ganzen Potenzial der Sorte auf den Grund zu gehen, blieb letztlich der großen Winzerin aus Mezzolombardo überlassen. Und sie tat das so überzeugend, dass in ihrem Schatten nicht nur im Trentino eine Renaissance der Sorte stattfand, sondern selbst kalifornische und australische Winzer begannen, ihre Weingärten mit Teroldego zu bestocken.

Der Granato entsteht aus Trauben von 70 Jahre alten Reben, die in den Schwemmlandböden des Campo Rotaliano Wurzeln geschlagen haben. Die Bewirtschaftung der Rebflächen ist seit gut einem Jahrzehnt biodynamisch, die Pflege der Rebstöcke quasi ausschließlich per Hand.

Vergoren wird der Granato spontan in Zementbottichen, der Ausbau danach erfolgt über 15 Monate in 20-40 Hektolitern großen Akazienfässern.

Stil

Gehaltvoll, intensiv, ausdrucksstark – was dem Granato im Vergleich zu den beiden Einzellagenversionen Morei und Sgarzon an Finesse fehlen mag, kompensiert er durch Dynamik und Kraft. Stoffig und engmaschig räumt er rotbeerigen und kräuterigen Aromen Platz ein, die man gemeinhin mit der Sorte identifiziert. Ist trotz seiner Power und Energie elegant. Punktet am Ende mit Druck, Länge und Lebendigkeit.

Datenblatt

Rebsorte: 100% Teroldego
Bewirtschaftungsart: biodynamisch
Weingarten: 70-Jahre alte Weinreben am Campo Rotaliano
Lese: Per Hand
Vergärung: spontan| wilde Hefen, Mazeration über einen Monat
Ausbau: 15 Monate in 20-40 hl großen Akazienfässern
Filtration: nein
SO₂:< 50mg/l
Alkoholgehalt:  12,5 % vol.
Verschluss: Naturkork
Trinktemperatur: 10-12 °C
Perfekte Trinkreife: 2020 – 2035

Vino e terra
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