Sagrantino – umbrischer Kraftlackel

Sagrantino

Wer hat, der hat. Sagrantino hat. Vor allem Tannine. Mehr als Nebbiolo, Sangiovese & Aglianico zusammen. Er ist, wenn man so will, die italienische Antwort auf französischen Tannat. Wobei man es, um beim Gerbstoff zu bleiben, mit saftigen und weichen Tanninen zu tun hat, die auch nach wochen- oder monatelangem Kontakt mit dem Most/Wein nicht austrocknend wirken. Geduld ist trotzdem angebracht.

Sagrantino macht – selbst eisernen Verfechtern kantiger Weine – in seiner Jugend wenig Freude und nachdem die Winzer das wissen, gibt es ihn auch erst nach vier Jahren Fass und Flaschenlagerung. Manche Winzer warten, gerade mit ihren Reserven, noch ein paar Jahre länger. Und auch dann steht man oft erst am Beginn seiner Entwicklung. Sagrantino wächst in Italien auf einer exakt lokalisierbaren Fläche und die liegt ausnahmslos in und rund um Montefalco in Umbrien (erstaunlicherweise gibt es zwar in Italien keine weiteren Anbaugebiete, dafür beschäftigt man sich in Australien und Kalifornien leidenschaftlich mit der Sorte; Alice Feiring, die Autorin des sehr lesenswerten Buches Natural Wine, unternahm ihre ersten eigenen Vinifikationsversuche in Kalifornien mit Sagrantino, aus Bewunderung für die Weine von Giampiero Bea und Filippo Antonelli.)

Sagrantino wurzelt gerne in Lehm, mag es warm und reift spät, eine Kombination, die die teils exorbitanten Alkoholgradationen erklärt. Er schlägt sich alleine prächtig, fühl sich aber auch mit Cuvéepartnern wohl. Früher jubelte man ihm die weiße Trebbiano Spoletino unter, vermutlich keine dumme Idee, die allerdings heute nicht mehr vermarktbar wäre. Sie ist in der Zwischenzeit durch Sangiovese ersetzt – ebenfalls ein passender Partner, relativiert er doch durch die ihm immanente Säure die Wucht des Sagrantinos. In Montefalco fungiert die Sangiovese-Sagrantino-Combo unter dem Namen Montefalco rosso und ist vor allem für all jene Memmen konzipiert, die es nicht tagtäglich mit den reinsortigen Versionen des Sagrantino aufnehmen wollen.

Sagrantino ist kein Wein für alle Tage. Er leitet sich vermutlich von Sagra – dem Fest – ab, und dazu passt er dann auch perfekt. Sagrantino ist üppig, wuchtig und intensiv. Über seinen Trinkfluss kann man diskutieren. Sein Körper ist konzentriert und kompakt, die Fruchtaromen sind dunkel und zusätzlich von Pfeffer und Kräutern unterlegt. Reinsortiger Sagrantino ist, im Gegensatz zum Montefalco Rosso, selten günstig und kostet zwischen €20 und €40 – man bekommt dafür aber normalerweise auch viel Wein.

ps: Sagrantino gibt es auch süß – als passito. Und süß, sollte man ihn auch unbedingt probieren. Die Kombination aus Zucker, Gerbstoff und tiefer Frucht funktioniert bestens und ist mehr als nur ein Maßstab für die besten Recioto des Valpolicella.

Einige der besten

Antonelli: Sagrantino
Antonelli: Contrario (Sagrantino)
Di Filippo: Etnico (Sagrantino)
Fongoli: Montefalco Sagrantino
Omero Moretti: Sagrantino Vignalunga
Paolo Bea: Montefalco rosso
Paolo Bea: Montefalco Sagrantino dolce
Raína: Campo di Raína
Raína: Passito
Tabarrini: Campo alla Cerqua

ps: Von all diesen Produzenten gibt es auch ausgezeichnete Rossi di Montefalco

pps: Von Raína gibt es zudem einen brillanten Vermouth auf Sagrantino-Basis

Bio- und Naturweinwinzer in Italien
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Sagrantino

Wer hat, der hat. Sagrantino hat. Vor allem Tannine. Mehr als Nebbiolo, Sangiovese & Aglianico zusammen. Er ist, wenn man so will, die italienische Antwort auf französischen Tannat. Wobei man es, um beim Gerbstoff zu bleiben, mit saftigen und weichen Tanninen zu tun hat, die auch nach wochen- oder monatelangem Kontakt mit dem Most/Wein nicht austrocknend wirken. Geduld ist trotzdem angebracht. Sagrantino ist – selbst für eiserne Verfechter kantiger Weine – in seiner Jugend absolut untrinkbar und nachdem die Winzer das wissen, gibt es ihn auch erst nach vier Jahren Fass und Flaschenlagerung. Manche Winzer warten, gerade mit ihren Reserven noch ein paar Jahre länger. Und auch dann steht man meist erst am Beginn seiner Entwicklung. Sagrantino wächst in Italien auf einer exakt lokalisierbaren Fläche und die liegt ausnahmslos in und rund um Montefalco in Umbrien (erstaunlicherweise gibt es zwar in Italien keine weiteren Anbaugebiete, dafür beschäftigt man sich in Australien und Kalifornien leidenschaftlich mit der Sorte; Alice Feiring, die Autorin des durchaus lesenswerten Buches Natural Wine, unternahm ihre ersten eigenen Vinifikationsversuche in Kalifornien mit Sagrantino, aus Bewunderung für die Weine von Giampiero Bea und Filippo Antonelli.

Sagrantino wurzelt gerne in Lehm, mag es warm und reift spät, eine Kombination, die die teils exorbitanten Alkoholgradationen erklärt. Und auch wenn er sich alleine prächtig schlägt, fühlt er sich mit Cuvèepartner durchaus wohl. Früher jubelte man ihm die weiße Trebbiano Spoletino unter, vermutlich keine dumme Idee, die allerdings heute nicht mehr vermarktbar wäre. Sie ist in der Zwischenzeit durch Sangiovese ersetzt – ebenfalls ein passender Partner, relativiert er doch durch die ihm iimmanente Säure die Wucht des Sagrantino. In Montefalco fungiert die Sangiovese-Sagrantino-Combo unter dem Namen Montefalco rosso und ist vor allem für all jene Memmen konzipiert, die es nicht tagtäglich mit den reinsortigen Versionen des Sagrantino aufnehmen wollen und sich auch noch von anderen Dingen ernähren als von fetten Chianina-Steaks und dicken Zigarren, den idealen Begleitern des Sagrantino.

Sagrantino ist kein Wein für alle Tage und leitet sich vermutlich von Sagra – dem Fest – ab, und dafür passt er dann auch perfekt. Sagrantino ist üppig, wuchtig und intensiv. Über seinen Trinkfluss kann man diskutieren. Sein Körper ist konzentriert und kompakt, die Fruchtaromen sind dunkel und zusätzlich von Pfeffer und Kräutern unterlegt. Und, das sei auch noch gesagt, Sagrantino in purezza ist, im Gegensatz zum Montefalco Rosso, nie günstig und preislich im allgemeinen zwischen €20 und €40 angesiedelt.

Sonnige aber nicht zu heiße Jahrgänge scheinen mit perfekt – 2010, 2008 oder 2007.

ps: Sagrantino gibt es auch süß – als passito. Und süß, sollte man ihn auch unbedingt probieren. Die Kombination aus Zucker, Gerbstoff und tiefer Frucht funktioniert bestens und ist mehr als nur ein Maßstab für die besten Recioto des Valpolicella.

EIN PAAR EMPFEHLUNGEN

Antonelli: Sagrantino
Antonelli: Contrario (Sagrantino)
Di Filippo: Etnico (Sagrantino)
Fongoli: Montefalco Sagrantino
Omero Moretti: Sagrantino Vignalunga
Paolo Bea: Montefalco rosso
Paolo Bea: Montefalco Sagrantino dolce
Raína: Campo di Raína
Raína: Passito
Tabarrini: Campo alla Cerqua

ps: von all diesen Produzenten gibt es auch ausgezeichnete Rossi di Montefalco

Sagrantino

Wer hat, der hat. Sagrantino hat. Vor allem Tannine. Mehr als Nebbiolo, Sangiovese & Aglianico zusammen. Er ist, wenn man so will, die italienische Antwort auf französischen Tannat. Wobei man es, um beim Gerbstoff zu bleiben, mit saftigen und weichen Tanninen zu tun hat, die auch nach wochen- oder monatelangem Kontakt mit dem Most/Wein nicht austrocknend wirken. Geduld ist trotzdem angebracht.

Sagrantino macht – selbst eisernen Verfechtern kantiger Weine – in seiner Jugend wenig Freude und nachdem die Winzer das wissen, gibt es ihn auch erst nach vier Jahren Fass und Flaschenlagerung. Manche Winzer warten, gerade mit ihren Reserven, noch ein paar Jahre länger. Und auch dann steht man oft erst am Beginn seiner Entwicklung. Sagrantino wächst in Italien auf einer exakt lokalisierbaren Fläche und die liegt ausnahmslos in und rund um Montefalco in Umbrien (erstaunlicherweise gibt es zwar in Italien keine weiteren Anbaugebiete, dafür beschäftigt man sich in Australien und Kalifornien leidenschaftlich mit der Sorte; Alice Feiring, die Autorin des sehr lesenswerten Buches Natural Wine, unternahm ihre ersten eigenen Vinifikationsversuche in Kalifornien mit Sagrantino, aus Bewunderung für die Weine von Giampiero Bea und Filippo Antonelli.)

Sagrantino wurzelt gerne in Lehm, mag es warm und reift spät, eine Kombination, die die teils exorbitanten Alkoholgradationen erklärt. Er schlägt sich alleine prächtig, fühl sich aber auch mit Cuvéepartnern wohl. Früher jubelte man ihm die weiße Trebbiano Spoletino unter, vermutlich keine dumme Idee, die allerdings heute nicht mehr vermarktbar wäre. Sie ist in der Zwischenzeit durch Sangiovese ersetzt – ebenfalls ein passender Partner, relativiert er doch durch die ihm immanente Säure die Wucht des Sagrantinos. In Montefalco fungiert die Sangiovese-Sagrantino-Combo unter dem Namen Montefalco rosso und ist vor allem für all jene Memmen konzipiert, die es nicht tagtäglich mit den reinsortigen Versionen des Sagrantino aufnehmen wollen.

Sagrantino ist kein Wein für alle Tage. Er leitet sich vermutlich von Sagra – dem Fest – ab, und dazu passt er dann auch perfekt. Sagrantino ist üppig, wuchtig und intensiv. Über seinen Trinkfluss kann man diskutieren. Sein Körper ist konzentriert und kompakt, die Fruchtaromen sind dunkel und zusätzlich von Pfeffer und Kräutern unterlegt. Reinsortiger Sagrantino ist, im Gegensatz zum Montefalco Rosso, selten günstig und kostet zwischen €20 und €40 – man bekommt dafür aber normalerweise auch viel Wein.

ps: Sagrantino gibt es auch süß – als passito. Und süß, sollte man ihn auch unbedingt probieren. Die Kombination aus Zucker, Gerbstoff und tiefer Frucht funktioniert bestens und ist mehr als nur ein Maßstab für die besten Recioto des Valpolicella.

Ein paar Empfehlungen

EIN PAAR EMPFEHLUNGEN

Antonelli: Sagrantino
Antonelli: Contrario (Sagrantino)
Di Filippo: Etnico (Sagrantino)
Fongoli: Montefalco Sagrantino
Omero Moretti: Sagrantino Vignalunga
Paolo Bea: Montefalco rosso
Paolo Bea: Montefalco Sagrantino dolce
Raína: Campo di Raína
Raína: Passito
Tabarrini: Campo alla Cerqua

ps: Von all diesen Produzenten gibt es auch ausgezeichnete Rossi di Montefalco

pps: Von Raína gibt es zudem einen brillanten Vermouth auf Sagrantino-Basis

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