Weine erzählen: Fabbrica di San Martino Bianco 2015

Hintergrund

Vermentino ist die große weiße Sorte des westlichen Mittelmeers. Sie findet sich in der Provence, wo die Sorte Rolle heißt (und nichts mit der gleichnamigen ligurischen Sorte zu tun hat, die lange für Vermentino gehalten wurde, allerdings nichts mit ihm zu tun hat), auf Korsika, wo man sie unter dem Namen Malvasia Grosso vermarktet, auf Sardinien, wo sie in der Gallura DOCG-Status genießt und natürlich auch entlang der gesamten ligurischen und toskanischen Küste, wo einige ihre besten Beispiele gekeltert werden (allen voran Antonio Perrinos Testalonga Vermentino, Massavecchias Ariento und BioVio Pigato).

Beppe Ferruas Vermentinostöcke befinden sich ein wenig im Landesinneren, in den Hügeln nördlich von Lucca, einem der ruhigeren Landstriche der Toskana (wobei – abgesehen von den Städten – im Landesinneren der Toskana generell wenig los ist). Alles entscheidend für die Dynamik und das Temperament der besten Weine der Gegend ist das Zusammentreffen von zwei Klimaeinflüsse: mediterranen aus dem Westen und alpinen aus dem Norden, wo der Apennin auf nur wenigen Kilometern auf 2000 Meter ansteigt. Sie sorgen für ein fortwährendes Spannungsverhältnis zwischen warmer und kalter Luft, dass sich letztlich auch in den Weinen manifestiert. 

Der Vermentino der Fabbrica di San Martino wird von ein wenig Trebbiano und Malvasia unterstützt, spontan vergoren, in großen Holzfässern ausgebaut und ungefiltert gefüllt.

Stil

Dicht, animierend, mundfüllend. Zum Gaumen hin zunehmend druckvoll. Schlägt einen aromatischen Bogen von reifen Früchten über Honig hin zu Kräuternoten. Bekömmlich, saftig und dynamisch. 

Vino e terra
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